Panzerbataillon 194 (1962 bis 1964)

1962

Das Jahr beginnt mit einem Besuch des Generalinspekteurs der Bundeswehr, General Foertsch, in Begleitung des Divisionskommandeurs, General Mantey, sowie des Brigadekommandeurs, Oberst Fischer, in der Lützow-Kaserne.

Panzerbataillon 194 übt und schießt sowohl im Januar als auch im März in BERGEN-HOHNE. Da inzwischen eine niederländische Brigade im Rahmen der Vorwärtsverteidigung in die festen Unterkünfte des Lagers OERBKE verlegt worden ist, müssen die 194er in Zelten biwakieren. Bei dem einsetzenden Dauerregen Ende Januar ist dies wenig erfreulich, zumal mangels ausreichender Sicht auch die vorgesehenen Schießen selten glücken. Trotzdem bleiben Stimmung und Gesundheit gut.

Ende Januar wird mit der Abgabe von 17 Panzern M 47 die Umrüstung des Bataillons auf die ersehnten M 48 eingeleitet, die aber erst im Mai 1963 mit der letzten Zuweisung von Panzern an die 4. Kompanie abgeschlossen wird. Die Umrüstung ist mit erheblicher Arbeit zur Umschulung von Besatzungen und technischem Personal, sowie mit Verwaltungsaufwand verbunden.

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Unterdessen macht sowohl die Gefechtsausbildung des gesamten Bataillons in vielen Truppenübungsplatzaufenthalten als auch die Gefechtsausbildung der einzelnen Kompanien, die zeitweise dem Panzergrenadierbataillon 193 unterstellt sind, gute Fortschritte, während zugleich die ständige Einsatzbereitschaft des Bataillons im Hinblick auf die sich im Sommer 1962 verschärfende internationale Lage durch zusätzliche Leistungen gewährleistet bleiben muss. Die Belastung aller Soldaten durch Bereitschaftsgestellung ist enorm hoch.

Obwohl der Ausbau der Kaserne in den letzten zwei Jahren weiter fortgeschritten und die Übungsmöglichkeiten auf dem Standortübungsplatz erweitert worden sind, zeichnet sich erneut eine Überbelegung in der Kaserne ab, denn durch den Übergang zur 18-monatigen Wehrpflicht werden am 30. September nur wenige Soldaten entlassen. Zusätzlich müssen aber weitere Einheiten im Kasernenbereich untergebracht werden. Der neue Technische Bereich steht erst im Winter 1962/63 zur Verfügung. Es fehlt an Bettplätzen, Küchenkapazität, Kfz-Abstellplätzen und Sportanlagen sowie Arrestzellen. Ein Soldatenheim steht noch nicht in Aussicht, in den Kantinen herrscht zwangsläufig Durcheinander. Die unerträgliche Wohnungslage in Münster-Handorf führt zu Unzufriedenheit und Missmut. Die Bereitschaft, sich weiter zu verpflichten, nimmt ab.

bild1227345258Am 10. August wird das Bataillon durch den Brigadekommandeur, Oberst Fischer, von Oberstleutnant Ritgen an Oberstleutnant Schöner übergeben. Am frühen Morgen fahren die Panzer des Bataillons im offenen Karree auf dem Standortübungsplatz DORBAUM auf. Der Brigadekommandeur schreitet mit dem alten und dem neuen Bataillonskommandeur die Front der aufgefahrenen Gefechtsfahrzeuge ab, deren Besatzungen vor ihren Fahrzeugen angetreten sind. Anschließend wird mit Manöverkartuschen 21 Schuss Salut geschossen. Es folgt ein Vorbeimarsch des gesamten Bataillons mit Gefechtsfahrzeugen in der Kaserne. Am Abend findet eine Abschiedsfeier mit allen Offizieren und Unteroffizieren des Bataillons im Uffz-Speisesaal statt. Nach Beendigung des Abends wird OTL Ritgen mit einem Lkw 0,25 to bis zum Kasernentor gebracht. Dort steht ein Panzer M 48 bereit, der ihn bis zum Trafo-Häuschen an der Panzerstraße bringt. Von da ab geht es mit dem Lkw 0,25 to bis zur Wohnung. Offiziere eskortieren die Heimfahrt.

Oberstleutnant Schöner   


Im September wird erstmalig der Heeressporttag durchgeführt. Die Wettkämpfer messen ihre Kräfte im Weitsprung, Kugelstoßen, 100 m und 5.00 m-Lauf. 39 Soldaten erhalten mehr als 50 Punkte und werden mit einer Urkunde des Inspekteur des Heeres ausgezeichnet. Wenige Tage später wird die 1. Kompanie beim Brigadesportfest in Hamm zweitbeste Kompanie der Brigade.

Im Rahmen der Offizierausbildung findet am 23. Oktober die zweite 'Hubertus-Fahrt' des Bataillons statt. Am Morgen begrüßt der Bataillonskommandeur die Teilnehmer und Gäste. dann geht es zum Sportplatz, wo Aufgaben wie Speerwerfen und Bogenschießen auf die Aktiven warten.

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Nach einer Geschicklichkeitsfahrt werden die Teams dann in Richtung Sauerland in Marsch gesetzt. Unterwegs stürzt ein Lkw 0,25 to, gesteuert von OLt Weigelt, um. Die Insassen, darunter der Ortspfarrer von Handorf (Pfarrer Sandhagen), werden jedoch nur geringfügig verletzt.

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Am 08./09. November tritt das Bataillon zu einem Marsch in die SENNE an. 127 Fahrzeuge, davon 43 Panzer, nehmen an der Übung teil. Über Telgte - Glandorf - Halle führt der Marsch zur SENNE. Am nächsten Tag wird auf dem Rückweg bei Halle ein VW von einem Panzer der 3. Kompanie überrollt und schwer beschädigt. Wie durch ein Wunder wird niemand verletzt.

Zu der auf dem Waldfriedhof Lauheide durchgeführten Gedenkfeier aus Anlass des Volkstrauertages stellen am 18. November 2. bis 4. Kompanie je einen Ehrenzug. Der Kommandierende General des I. Korps legt - begleitet vom Standortkommandanten und vom stv. Bataillonskommandeur - einen Kranz am Ehrenmal nieder.

Vom 29.11. - 20.12. ist wieder BERGEN-HOHNE angesagt. Zunächst verlegt die 3. Kompanie mit einem Versorgungspäckchen der 1./-, um dort Schießübungen zu absolvieren und an der Brigadeübung RÖSSELSPRUNG der Panzerbrigade 21 teilzunehmen. Ab dem 10. Dezember folgt der Rest des Bataillons, dem die 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 193 für die Dauer des Aufenthaltes unterstellt wird.

Am 21. Dezember wird die Weihnachtsfeier im Panzerbataillon 194 geschlossen durchgeführt. Dabei verabschiedet der Kommandeur mit Handschlag die ausscheidenden Wehrpflichtigen. Das Programm wird mit der Verlesung einer modernen Weihnachtsgeschichte eröffnet. Den weiteren Verlauf der Feier umranken die Darbietungen der Pfarrhelfer auf dem Klavier und der Geige.

Veränderungen im Offizierkorps 1962:

Aus dem Bataillon werden versetzt:
01.08.  OTL Ritgen zu BWB Koblenz

01.10.  Hptm Scharkowski zu Pz(Lehr)Btl 93


Zum Bataillon werden versetzt:
27.03.  Lt Waue ZgFhrOffz 2. Kp

06.08.  Maj Schöner Kommandeur

01.09.  Lt Mehler ZgFhrOffz 3. Kp

14.09.  Lt Spiller ZgFhrOffz 4. Kp

01.10.  OLt Nölke KpChef AK 6/7
           Lt Barth ZgFhrOffz 4. Kp
           Lt Schulz ZgFhrOffz 2. Kp


Veränderungen im Bataillon:
01.04.  Lt Hölscher wird FmOffz
           Lt Klimmek wird KpOffz AK 6/7
           Lt Femerling wird ZgFhrOffz 3. Kp
           Lt Waue wird ZgFhrOffz 2. Kp
           OLt Becker wird S1/S2-Offz

01.10.  OLt Weigelt wird KpChef 2. Kp
           Lt Hildisch wird FmOffz


Weitere Veränderungen im Bataillon:
01.08.  OFw Gummersbach wird KpFw 1. Kp

01.09.  HptFw Heinrich wird KpFw 2. Kp

01.10.  OFw Roth wird KpFw 3. Kp


Zum Berufssoldaten werden ernannt:
Fw Kurz
HptFw Kollmann
Fw Wüstenhagen
OFw Roth


1963

Das Jahr 1963 steht ganz unter dem Zeichen des ersten Truppenübungsplatzaufenthaltes im Ausland. Bevor es jedoch dazu kommt, sind noch verschiedene Sonderaufgaben des Bataillons aufzuzeigen, die neben dem Routinedienst zu erfüllen sind.

Im Februar stellt das Bataillon eine Ehrenkompanie unter Führung von Hauptmann Weigelt anlässlich des Abschiedsbesuchs des Kommandierenden Generals der NORTHAG, General Sir James Cassels, beim Kommandierenden General des I. Korps.

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bild1227458178Im März werden 500 Rekruten der Standorte Handorf und Warendorf in Anwesenheit vieler Ehrengäste des Landes Nordrhein-Westfalen, der Städte Münster, Warendorf und Telgte, sowie in Anwesenheit von Vertretern von Kirche, Verwaltung und Schule durch Major Schöner vereidigt.

Am 30. April 1963 wird Panzerbataillon 194 durch den Inspizienten der Panzertruppe, Brigadegeneral Reidel, inspiziert. Er äußert sich befriedigt über den Ausbildungsstand der 194er. Kurz vorher waren der Kommandeur, Major Schöner, der Stellvertreter Major von Villebois sowie Hauptmann Fleer, Chef der 1. Kompanie auf dem Truppenübungsplatz CASTLEMARTIN in Wales zur Vorbereitung des ersten Auslandsaufenthalts des Panzerbataillon 194.

Doch auch im Standort in der Lützow-Kaserne laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Mehrere Zivillehrer bemühen sich, die Englischkenntnisse der Bataillonsangehörigen aufzufrischen bzw. zu begründen. In der Kaserne findet für die eingeteilten Kraftfahrer eine Linksfahrwoche statt und in mehreren Vorträgen werden alle Bataillonsangehörige über Sitten und Gebräuche des Gastlandes unterrichtet.

Am 11. Juni wird das Bataillon mit 330 Soldaten auf dem Luftweg nach England befördert. Am frühen Morgen rollen die ersten Busse an, die Besatzung für Besatzung zu ihren Maschinen auf den Flugplatz der Royal Air Force nach Gütersloh bringen. Bei strahlendem Wetter bringen die Maschinen die deutschen Soldaten auf den Flugplatz BRAWDY. Nach langwieriger Zollabfertigung werden die bereitstehenden Busse der englischen Firma Silcox bestiegen und über Haverfordwest - Pembroke geht es ins Merrion Camp, CASTLEMARTIN, das bereits der Übernahme durch die 194er harrt.

Am nächsten Tag folgt die 2. Hälfte des Bataillons, gleichzeitig werden bereits die ersten Panzer und Radfahrzeuge übernommen. Die Unterkünfte werden eingerichtet, in der Küche und auf dem Geschäftszimmer wird die Arbeit aufgenommen. Die ersten Kontakte mit der britischen Platzkommandantur und der Bevölkerung ergeben sich noch mehr zufällig. In einem 'Briefing' im Modellraum werden in den nächsten Tagen alle Kommandanten in den Truppenübungsplatz mit seinen Sicherheitsbestimmungen eingewiesen.

Nach kurzer Zeit des Eingewöhnens beginnt das Schießen, zwischenzeitlich unterbrochen durch das stereotype "ship is comming" der britischen Schießplatzoffiziere, dem der Befehl "Feuer stopfen" gleichzusetzen ist. Der Sicherheitsbereich der CASTLEMARTIN RANGE geht weit ins Meer hinaus, und auf den Schiffsverkehr nach Pembroke Dock und Milford Haven muß Rücksicht genommen werden.

Während der Freizeit wird die günstige Lage des Übungsplatzes an der Küste der Irischen See bei dem anfänglich schönen Wetter eifrig zum Baden ausgenutzt. In der Badebucht Brodhaven am Rande des Übungsplatzes wird an jedem Tag ein Offizier des Bataillons als Badeaufsicht eingeteilt.

bild1227525678Betreuungsfahrten führen darüber hinaus nach St. David´s und Tenby/Caldy Island. Tanzveranstaltungen werden in Pembroke und Haverfordwest durchgeführt.

Ein erster Höhepunkt wird durch das Eintreffen der deutschen Schulfregatten 'HIPPER' und 'GRAF SPEE' im Hafen von Pembroke erreicht. Dabei gelingt es den 'Lords' in einem spannenden Fußballspiel die Bataillonself mit 2 : 1 zu schlagen.

Auf dem Bild links: Major v. Villebois, daneben Kommandant einer Schulfregatte; rechts: OTL Schöner

Wenige Tage später wird das Bataillon von etwa 20 Journalisten 'überfallen', die in den Zeitungen des Divisionsbereiches über dieses 'Manöver' berichten wollen. Auch Kameraleute des Zweiten Deutschen Fernsehens befinden sich darunter.

Auf dem Bild links: Major v. Villebois, daneben Kommandant einer Schulfregatte; rechts OTL Schöner




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Kurz vor Schluss verabschiedet sich das Bataillon mit einer Feldparade vom Platzkommandanten. An der vorausgegangenen Übung nehmen auch etwa 120 Offiziere und Unteroffiziere einer britischen Reservebrigade als Zuschauer teil.

Der Rückflug wird durch erhebliche Mängel der bereitgestellten Transportmaschinen verzögert, sodass die letzten Teile des Bataillons erst im Verlaufe des 01. Juli wieder in der Kaserne eintreffen.

Im Juli und August werden die Kompanien wechselweise nach Füchtorf abgestellt, um beim Bau der behelfsmäßigen Standortmunitionsniederlage zu helfen.

Im September werden alle Soldaten der Lützow-Kaserne für einige Tage unter Quarantäne gestellt, da einige Soldaten des Panzergrenadierbataillons 193 an Typhus erkrankt sind. Doch bald kann der normale Dienst wieder aufgenommen werden, im Oktober einmal mehr durch den bundeswehrweiten Alarm 'QUICK TRAIN' unterbrochen.

Am 01.10. wird Hauptmann Winkler stellv. Kommandeur und zugleich in Personalunion Kompaniechef der 1. Kompanie. Die Zusammenlegung dieser beiden Dienstposten erweist sich als unglückliche Lösung, da durch die Kompanieführung zu wenig Zeit für die Belange des Bataillons bleibt. Im Januar 1966 geht man von dieser Lösung wieder ab und trennt beide Dienstposten.

Zur traditionellen Hubertusfahrt finden sich auch in diesem Jahr neben aktiven Offizieren benachbarter Verbände viele Freunde des Bataillons ein. Diesmal geht es über Westbevern - Lengerich - Kattenvenne.

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Olt d. Res. Baron Landsberg Velen                                  OTL Ritgen

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Baron v. Beverfoerde                     Lt. Hölscher

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Pioniere nach vorne

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Geländefahrt - General a.D. v. Behr, Maj Pfeiffer, Pfarrer Sandhagen

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Erste Radfahrversuche des Fähnrichs Gauchel

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Saustechen

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Am Lagerfeuer bei der Jagdhütte des Baron v. Beverfoerde endet die Fahrt. Für einen Teilnehmer wird dieser Tag sicher in guter Erinnerung sein: Fähnrich Gauchel muss im Verlauf der Fahrt bekennen, dass er des Radfahrens nicht mächtig ist. "Einige Jahre später", so erinnert sich Stabsfeldwebel a. D. Wardelmann, "erlernt er jedoch diese Kunst. Ort des Geschehens: der Keller der 3. Kompanie. Mit der Kellerwand als Bande und der hilfreichen Unterstützung durch die Unteroffiziere, die ihn begeistert anspornen, war das Werk bald vollbracht."


Veränderungen im Offizierkorps 1963

Aus dem Bataillon werden versetzt:
01.01.  Hptm Ptok zu KorpsSanKdr 1

01.04.  Hptm Schulz zu Stab PzBrig 21

01.10.  Maj Villebois zu VerkKdtr Hamburg
           Hptm Fleer zu VBK 33
           OLt Richter zu Stab 7. PzGrenDiv


Zum Bataillon werden versetzt:
01.03.  OLt Richter ZgFhrOffz 2. Kp

01.04.  Hptm Reysen TStOffz

24.08.  Lt Müller, H. ZgFhrOffz 2. Kp

01.10.  Hptm Winkler Stellv. Kdr und KpChef 1. Kp
           OLt Dombrowski  OLt Dombrowski


Veränderungen im Bataillon:
01.01.  OLt Schultheis wird KpChef 3. Kp

01.02.  Hptm Nölke wird KpChef 4. Kp
           OLt Schumacher wird KpChef AK 6/7

01.04.  Lt Klimmek wird ZgFhrOffz 2. Kp
           Lt Spiller wird KpOffz AK 6/7
01.10.  Hptm Nölke wird S 4-Offz
           OLt Becker wird KpChef 4. Kp
           OLt Hildisch wird S 1/S 2-Offz
           Lt Mehler wird FmOffz 


Weitere Veränderungen im Bataillon:
01.04.  HptFw Kraft wird KpFw 4. Kp


Zu Berufssoldaten ernannt:
HptFw Heinrich
OFw Morgenstern
OFw Thalwitzer
Fw Klee
Fw Freitag
Fw Marienfeld


1964

Wie schon im letzten Quartal des Vorjahres, wird in den ersten zwei Monaten des Jahres 1964 ein Reserveunteroffizierlehrgang durchgeführt, den Leutnant Mehler leitet. Viele der teilnehmenden Soldaten verpflichten sich in der Folge zu einer längeren Dienstzeit und bleiben so dem Bataillon noch Jahre erhalten.

Am 22. Februar verlegt das Bataillon erneut auf den Übungsplatz BERGEN-HOHNE. An diesem Tage kommt es zu einem schweren Unfall. Beim Verladen der Kampfpanzer gerät ein Soldat der 3. Kompanie zwischen zwei Fahrzeuge. Er stirbt wenige Stunden später im Krankenhaus Telgte. Am 24. April rollt die 4. Kompanie unter Führung von Oberleutnant Becker mit all ihren 17 Kampfpanzern zu einer Nachtübung in die BORKENBERGE. Am nächsten Tag marschiert die Kompanie weiter nach Dortmund, um sich dort mit ihrer Ausrüstung den Bürgern zu präsentieren. Alle Soldaten werden in Privatquartieren untergebracht, die die Bevölkerung bereitwilligst zur Verfügung stellt.

Über den Besuch der Soldaten, die ein Wochenende hier verweilen, schreibt die örtliche und regionale Presse:

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Vom 24. Mai bis zum 05. Juni führte die Ausbildungskompanie 6/7 auf dem Truppenübungsplatz HALTERN ein Biwak durch. Der Dienstplan war mit Gefechts- und Sportausbildung ausgefüllt. In der herrlichen Landschaft der Borkenberge wurde eine harte, anstrengende Ausbildung betrieben. Als Ausgleich dazu wurde seitens der Kompanie an eine gute Betreuung und an eine entsprechende Freizeitgestaltung der jungen Rekruten gedacht. Am Samstag, den 30. Mai, fuhr die gesamte Kompanie zum Wildpark des Herzogs von Croy. Als Zuschauer nahmen die Soldaten am jährlichen Einfangen der einzig in Europa lebenden Wildpferde teil. Dieser Besuch wurde für viele Rekruten ein einmaliges Erlebnis.

Am Sonntag fand dann für beide Konfessionen ein Feldgottesdienst statt.

Auf dem unteren Bild helfen zwei Soldaten dem kath. Militärpfarrer, Pfarrer Gödde, beim Herrichten des Altars
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Nach dem Gottesdienst stand ein Fußballspiel auf dem Programm. Gegner war der SV Lavesum. Das Spiel wurde von der Kompanie nach hartem, fairen Kampf mit 1 : 2 Toren verloren.

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Höhepunkt und Abschluss ist eine 36-stündige Härteübung. Dabei marschiert die Kompanie bei glühender Hitze 62 Km im Fußmarsch zurück zur Kaserne, voran der Chef, Oberleutnant Schumacher, neben ihm, absolut vorbildlich für alle Ausbilder und Rekruten der 'Spieß', Hauptfeldwebel Uetz.

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Als einziger Zug der Kompanie erreicht der I. Zug unter Führung des Leutnant Spiller vollzählig die Kaserne. Dazu muss aber ein Kamerad die letzten 15 Km getragen werden.

Lohn der Anstrengungen für die 120 Soldaten, die die Kaserne erreichen: ein 'verlängertes Wochenende' - Urlaub von Freitagabend bis Sonntagabend.

Der Sommer 1964 steht im Zeichen von Übungen und Schießplatzaufenthalten. Im Juni wird das Bataillon nach MÜNSINGEN verlegt. Eisenbahntransport und Landmarsch dauern zwei Tage. Zuggefechtsschießen bilden den Schwerpunkt der Ausbildung, doch auch die Füße der Panzersoldaten werden nicht geschont, wie es das nachstehende Bild dokumentiert.

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Wie auch der Besuch der 4. Kompanie in Dortmund zeigt, ist in diesen Tagen das Interesse der Zivilbevölkerung an der Bundeswehr und vor allem wohl auch an der hochtechnisierten Panzerwaffe sehr groß. So bitten denn ehemalige Soldaten des Panzerregiments 11 der Wehrmacht den Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Schöner, der während des Krieges Kompaniechef in diesem Regiment war, um einen Informationsbesuch in der Kaserne. Am 19./20. Juni findet dieser Besuch statt. Vor allem die 2. Kompanie unter Hauptmann Weigelt gestaltet das Programm. Die ehemaligen Soldaten, die zum Teil ihre wehrpflichtigen Söhne mitgebracht haben, äußern ebenso wie die Aktiven den Wunsch nach Wiederholung einer solchen Gelegenheit. Ist es einerseits der Austausch über Technik und Taktik früher und heute, der die Gespräche zwischen den alten und jungen Panzersoldaten kennzeichnet, so ist es außerdem - und das ist noch viel wichtiger - der Vergleich zum dem 'Müssen' in der Diktatur des Hitler-Regimes und dem 'Wollen' mit dem Schutz von Recht und Freiheit aus Einsicht in die Werte der heutigen Demokratie. Auf diese Tage geht die anhaltende gute Beziehung, ja sogar Freundschaft zwischen den Generationen zurück.

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Fw Manske, Fw Fehl, Hptm Weigelt, Fw Klee und Lothar Herbert vom PzRgt 11

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Fhj Müller, StUffz Potthoff, Lt Heino Müller, Hptm Weigelt, Uffz Hebben, Fw Heinrich, Fw Manske, Fw Wellermann


Im August wird in BERGEN-HOHNE geschossen und im September übt das Bataillon in SENNE-Lager.

Bei der Vereidigung der Rekruten am 05. September beeindruckt die Tatsache, dass ein englisches Musikkorps für die verbündeten Deutschen spielt.

Das gesellschaftliche Ereignis des Jahres stellt wiederum die Hubertusfahrt dar, die am 07. November stattfindet und an der neben 25 deutschen auch je eine amerikanische, britische, kanadische und niederländische Mannschaft teilnehmen.

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Zum Jahresende drückt der Kommandeur, OTL Schöner, - ein Offizier, der mit Lob und Anerkennung sparsam umgeht, dabei von sich und seinen Soldaten alles fordert -, in mehreren Tagesbefehlen seine tiefe Befriedigung über die gezeigten Leistungen aller fünf Kompanien aus. So heißt es z.B. im Tagesbefehl vom 02.10.1964: "Das Bataillon hat eine längere Übungsplatzzeit hinter sich. Während bei den Kompanien die Fortschritte und Erfolge der intensiven Gefechtsausbildung auf Übungsplätzen deutlich erkennbar geworden sind, hat die Stabs- und Versorgungskompanie in der gesamten Zeit die Führungs-, Instandsetzungs- und Versorgungsaufgaben reibungslos und zur vollen Zufriedenheit bewältigt.

Auch die Disziplin und der Einsatzwille aller Soldaten, die an 5 hintereinanderfolgenden Wochenenden ohne längeren Ausgang bleiben mussten, haben sich als belastbar erwiesen. ..."

Oder im Tagesbefehl vom 18. Dezember: "Bei der Besichtigung der AK 6/7 am 16./17. Dezember 1964 habe ich einen besonders guten Ausbildungsstand der Rekruten festgestellt. Dies ist vor allem dem sehr gründlichen und über das normale Maß hinausgehenden Ausbildungsdienst der Kompanie zu verdanken. ...".


Veränderungen im Offizierkorps 1964

Aus dem Bataillon werden versetzt:
01.04.  Lt Femmerling zu PzBtl 204
 
01.10.  Maj Reysen zu InstRgt 2

 
Zum Bataillon werden versetzt:
01.01.  Lt El-Kaicy ZgFhrOffz 4. Kp

01.04.  Lt Trapp ZgFhrOffz 3. Kp

01.10.  Maj Schindler TStOffz
           RegInsp Hermans Ltr TrVerw


Veränderungen im Bataillon:
01.01.  Lt Gauchel wird ZgFhrOffz 4. Kp

08.10.  Lt Schulz übern. Dienstaufsicht über Fahrschule


Zu Berufssoldaten werden ernannt:
Fw Kräber
Fw Rogozinski
Fw Pauli
Fw Williard
Fw Daube
Fw Fehl
Fw Porath
Fw Käding
Fw Reimann 


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