Panzerbataillon 194 (1959 bis 1961)

1959

Panzerjägerbataillon 5 wurde am 14.03.1959 in das Panzerbataillon 194 umgegliedert und am 17./18.03.1959 von Wetzlar nach Handorf verlegt. Im Umgliederungsbefehl des Bundesministeriums für Verteidigung heißt es dazu: "1) III. Korps führt ab 1.4.59 folgende Maßnamen durch: a) Umgliederung des am 16.3.59 gem. bes. Befehl in Pz Btl 194 umzubenennenden Pz Jg Btl 5 in Handorf bei Münster (Endstandort). ...

2) Mit Aufstellungsbeginn werden unterstellt: Pz Btl 194 der 7. Div für Pz Gren Brig 19 ...

3) Im Zuge der Umgliederung gibt Pz Btl 194 ab: 1 Kp Stärke ca. 90 Mann als Pz Jg Kp 40, 1 Kp Stärke ca. 90 Mann als Pz Jg Kp 130. ..."

Weiter ist als Stärke des neuen PzBtl 194 festgelegt:
347 Soldaten in folgender Gliederung:
 • 1. Kompanie (St/VersKp) = 184 Mann
 • 2. Kompanie = 82 Mann
 • 3. Kompanie = 82 Mann

Zu diesem Zeitpunkt hat das Bataillon folgende Stellenbesetzung:
Bataillonskommandeur: OTL Beutner
 • Stv. Kommandeur: Maj Tiedemann
 • S2 / S1: OLt Schabert
 • S3: OLt Scharkowski
 • Die Dienstposten TrArzt, TStoffz und Ltr TrVerw sind nicht besetzt.

1. Kp:
 • KpChef: Maj Tiedemann
 • FmOffz: OLt Weigelt
 • S4: OLt Kucklick

2. Kp:
 • KpChef: Hptm Jahnke
 • ZgFhrOffz: Lt Schultheis
                     Fähnr Becker

3. Kp:
 • KpChef: Hptm Kleinwächter
 • ZgFhrOffz: Lt Genuitbild1227189101

Am 02.04.1959 übernimmt Oberstleutnant Otto das Bataillon. Zugleich werden ihm auch die Geschäfte des Kasernenkommandanten übertragen, eine Aufgabe, die den Kommandeur noch erheblich in Anspruch nehmen soll, da der Ausbau der Lützow-Kaserne noch längst nicht abgeschlossen ist. Die Unterkünfte sind zwar im Wesentlichen fertiggestellt, das notwendige Mobilar vorhanden, aber die Kaserne gleicht einer zerklüfteten Mondlandschaft. Hier wird in den nächsten Monaten ständig gesägt, gehämmert, geschraubt und gestrichen.


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Während also in der Lützow-Kaserne noch überall gebaut wird, übernimmt das Bataillon noch im April 1959 siebzehn Kampfpanzer des Typs M 47 in Nienburg. Damit haben die Kompanien ihre volle Panzerstärke erreicht.

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Der tägliche Dienst erfordert alle Kräfte. Die Panzer, teilweise Korea-Veteranen und nicht im besten Zustand, müssen durch umfangreiche Wartungs- und Pflegearbeiten auf einen technisch besseren Zustand gebracht werden.

Am 13. Mai gibt es Großalarm in der Kaserne: Eine Fünf-Zentner-Bombe wird gefunden. Die Umgebung wird weitgehend geräumt. Gegen Abend erscheint ein Sprengkommando und entschärft die Bombe.

In diesen Tagen findet auch die erste Lehrvorführung mit dem Thema: "Verladung einer Panzerkompanie" statt. Unter den zahlreichen Zuschauern befinden sich u.a. 25 Offiziere aus Armeen anderer NATO-Staaten.

Am 20. Juni ist für die im April eingetretenen Rekruten ein großer Tag. Unter reger Anteilnahme der Zivilbevölkerung findet die feierliche Vereidigung statt.

Ende Juli schließt die Grundausbildung mit der Rekrutenbesichtigung ab. Anschließend wird ein zünftiger Rekrutenabschiedsabend in der Gaststätte Pröbsting durchgeführt, die seitdem noch lange Zeit ein beliebter Treffpunkt für alle Soldaten bleibt.

Anfang September nimmt das Bataillon, aufgeteilt und anderen Verbänden unterstellt, an der Herbstübung der Panzergrenadierbrigade 19 auf dem Truppenübungsplatz SENNE teil. Die 2. Kompanie wird dem Panzergrenadierbataillon 191 (Übungstruppe BLAU) unterstellt, die 3. Kompanie untersteht dem Panzergrenadierbataillon 192, der Übungstruppe ROT. Teile der 1. Kompanie treten zum Versorgungsbataillon 196. Am 10. September kehren die beteiligten Kompanien in die Kaserne zurück. Der Kommandeur, OTL Otto, nimmt den Vorbeimarsch ab. Er lobt nach diesem ersten geschlossenen Einsatz des Bataillons besonders die hohe Einsatzbereitschaft, die Marschgeschwindigkeit und die Marschdisziplin.

Am 28. September erhält das Bataillon hohen Besuch. Der Divisionskommandeur, Generalmajor Mantey, hat es sich nicht nehmen lassen, persönlich bei der Besichtigung der Juli-Rekruten zu erscheinen. Bei dieser Gelegenheit, so erinnert sich OTL Otto: "... werden OLt Weigelt und OLt Scharkowski durch den Divisionskommandeur 'vergattert', weil sie für die Rekruten eine Trageweise des Spatens befohlen hatten, die sie selbst nicht erprobt hatten. Auch der Bataillonskommandeur als Verantwortlicher bekommt sein 'Fett' ".

Am 07.10.1959 verlegt das Bataillon für eine Woche auf den Truppenübungsplatz BERGEN-HOHNE. Schlechte Sicht und Brandgefahr erschweren das 'Anschießen' der Panzer erheblich. Die Schulschießen verlaufen dann aber mit recht guten Ergebnissen, die für den 12.10. geplanten Gefechtsschießen müssen dann aber wegen der Brandgefahr ausfallen. Am nächsten Tag wird nachmittags eine kleine Bataillonsübung durchgeführt, mit der das Bataillon zugleich den Übungsplatzaufenthalt abschließt. Am 14.10. wird verladen und in der Nacht treffen alle Teile wieder in der Kaserne ein.

Drei Tage später kommt es zu einem Einsatz besonderer Art: Um 21 Uhr wird Alarm gegeben. Bei Telgte ist ein Waldbrand ausgebrochen. 40 Soldaten unseres Bataillons werden schnell zusammengefaßt und auf Lkw verladen; ein Bergepanzer schließt sich an. Den vereinigten Löschmannschaften aller Bataillone gelingt es, das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

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Am 01. November wird endlich eine große Anzahl an Wohnungen in Münster in der Stettiner Straße für die verheirateten Soldaten des Bataillons fertiggestellt, die nun in aller Eile bezogen werden, denn schon am nächsten Tag verlegt das Bataillon zu Gefechtsübungen und zu Infanteriegefechtsschießen auf den Truppenübungsplatz SENNE. Den Höhepunkt des Aufenthaltes bildet ein Nachtschießen mit ausgezeichneten Trefferergebnissen. Das gute Wetter läßt die teilweise primitive Unterbringung in ehemaligen Pferdeställen - bis zu 50 Soldaten in einem Raum - vergessen.

Dem zwischenzeitlich zurückbeorderten Kommandeur, OTL Otto, werden am 03.11.1959 als Kasernenkommandant die Schlüssel der Kaserne durch den Befehlshaber im Wehrbereich III, Generalmajor Schimpf, übergeben.

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Veränderungen im Offizierkorps 1959

Aus dem Bataillon werden versetzt:
21.05.  RegInsp Bichowski Leiter TrVerw

01.06.  Hptm Schroeder zu PzBtl 213

01.07.  StabsArzt Dr. Pichel SanOffzArzt

16.07.  Hptm Jahnke zu PzGrenBrig 19

01.10.  Lt Genuit zu PzBtl 123


Zum Bataillon werden versetzt:

16.03.  OTL Otto Kommandeur
           Hptm Pfeiffer Stellv. Kommandeur

01.04.  StArzt Dr. Pichel SanOffzArzt

16.04.  Hptm Schroeder TStOffz

20.05.  RegInsp Braselmann Leiter TrVerw

01.06.  Hptm Dietrich TStOffz

21.08.  StArzt Dr. Melchers SanOffzArzt


Veränderungen im Bataillon:
01.04.  OLt Scharkowski wird TrspZgFhr
           OLt Kucklick wird S4-Offz

02.07.  OLt Schultheis wird S1/S2-Offz

16.07.  OLt Scharkowki wird KpChef 2. Kp


Neueinstellungen:
01.05.  OLt Fleer ZgFhrOffz


Die Kompaniefeldwebel:
1. Kompanie HptFw Küling

2. Kompanie HptFw Kollmann

3. Kompanie HptFw Jähne


Zum Berufssoldaten wird ernannt:
Fw Uetz


1960

Das erste Quartal des neuen Jahres steht im Zeichen von Inspektionen und Überprüfungen. Zunächst beginnt es aber mit einem Übungsplatzaufenthalt, in dessen Verlauf sowohl der Brigadekommandeur, Oberst Fondermann, als auch der Divisionskommandeur, Generalmajor Mantey, das Bataillon besuchen. Hauptmann Kleinwächter führt das Bataillon, da der Kommandeur und seine Stellvertreter beide krank sind. Beim Verladen der Panzer am 17.01.1960 in Westbevern, rutscht ein Panzer vom Eisenbahnwaggon und drückt eine Hauswand ein. Trotz dieses schlechten Omens verläuft der Truppenübungsplatzaufenthalt erfolgreich. Die Schießergebnisse und die Leistungen des Bataillons rechtfertigen einen 2-tägigen Sonderurlaub. Leider wird der Gefreite UA Hartmann der 3. Kompanie beim Schießen schwer verletzt. Das Bodenstück der Kanone trifft ihn beim Rohrrücklauf am Kopf.

Kurz nach Rückkehr in den Standort, am 10.02. besucht der Inspizient der Panzertruppe, Oberst Molinari, das Bataillon; sechs Tage später ist eine große Inspektion der 7. Panzergrenadierdivision angesetzt. Und am 08. März erlebt das Bataillon seine erste Überprüfung nach § 29 der Straßenverkehrsordnung. Eine beträchtliche Anzahl an Kraftfahrzeugen wird vorübergehend stillgelegt.

Im April wird die 2. Kompanie unter Führung von Hauptmann Scharkowski zu einer Brigadeübung 'Verbundene Waffen im scharfen Schuß' abgestellt. Nach Abschluß der Übung stellt sich heraus, daß einige Grenadiere des beteiligten PzGrenBtl 191 mit Infanteriemunition von hinten auf die Türme der vor ihnen fahrenden Kampfpanzer geschossen haben. Die Gepäckkisten sind durchlöchert, an den Panzertürmen ist jedoch kein Schaden festzustellen. Zum Glück hatten alle Kommandanten den strikten Befehl eingehalten, im Turm 'getaucht' zu bleiben.

Im darauffolgenden Monat findet sich dann wieder einmal das gesamte Bataillon auf dem Übungsplatz in BERGEN ein. Im Anschluß an die kriegsmäßige Entladung der Kettenteile und Marsch in Einzelgruppen der Kampfpanzer in den Verfügungsraum beginnt eine Bataillonsgefechtsübung.

Nach Abschluß dieser Übung heißt es 'Sammeln auf dem HAMMBERG zur Abschlußbesprechung!' So quält sich auch der Schirrmeister der 2. Kompanie, Feldwebel Debus, in seinem Lkw 0,25 to durch das von 'harten Panzergefechten' aufgewühlte Gelände. Beim Durchfahren des HOHEBACH glaubt der Kraftfahrer, Gefreiter Waldschmidt, im Rückspiegel plötzlich eine Bewegung in den Büschen am Bachrand erkannt zu haben. Man hält an, um sich zu vergewissern, was das gewesen sein könnte und findet einen Frischling. Ein Blick, kein Wort, der gleiche Gedanke. Das junge Wildschwein wird mitgenonmmen. So tritt 'Kunibert vom Hammberg' in das Panzerbataillon 194 ein - und eine unendliche 'Schweinerei' beginnt, die fast bis zur Auflösung des Panzerbataillons 194 im Jahre 1992 anhält.

Die 2. Kompanie liegt mit den beiden Rekruten-Zügen im Biwak nahe der Schießbahn 12, der Zug des Feldwebels Uetz ist im Lager OERBKE untergebracht. Später mehr davon. Dieser Zug wird zunächst mit der Pflege von Kunibert beauftragt. Da Kunibert aber die Nachtruhe des Fw Uetz zu sehr stört, muß er zu den Rekruten ins Biwak. Dort verbleibt er, bis die Kompanie in den Standort zurückkehrt.

bild1227285563Hier baut man dem kleinen Tier ein großes Gehege und pflegt es liebevoll. Kunibert entwickelt sich zu einem kräftigen und strammen 'Überläufer'. Nach langen und engagierten Debatten um das Für und Wider entschließt man sich, Kunibert zu kastrieren. Der medizinische Eingriff wird durch den Stabsarzt Dr. Melchers im Sanitätsbereich vorgenommen. Kunibert ändert nun sein Verhalten. Aus dem lieben Maskottchen wird ein ruppiger Keiler, der noch für manche Überraschung sorgen wird.

Auf Befehl des Verteidigungsministers erweitert das III. Korps, dem die 7. Panzergrenadierdivision zu diesem Zeitpunkt noch untersteht, das PzBtl 194 am 01.07.1960 um eine 4. Kompanie auf eine Gesamtstärke von 428 Soldaten. Oberleutnant Fleer, wenige Tage später zum Hauptmann befördert, wird Kompaniechef. Das erforderliche Stammpersonal mit Hauptfeldwebel Rhode als 'Spieß' an der Spitze des Unteroffizierkorps rekrutiert sich fast ausschließlich aus dem Nachwuchs des Bataillons. Am 03. Juli werden 100 Rekruten zur Grundausbildung übernommen; die 4. Kompanie nimmt ihren Dienst auf.

In diesen Sommermonaten'entdeckt' das Bataillon einen neuen Truppenübungsplatz: HALTERN. Ab sofort soll so mancher '194er Schweißtropfen' auf den sandigen Boden der BORKE-Berge fallen. Die Rekruten der 4. Kompanie lernen den Platz im August während eines Biwakaufenthaltes, verbunden mit einer Härteübung, kennen.

Hart gekämpft wird in diesen Monaten auch im Rahmen der Sportausbildung; zum Beispiel bei den fast wöchentlich durchgeführten Fußballspielen zwischen Offizieren und Feldwebeln. Eine Zeitlang wird dann häufiger Handball gespielt: Böse Zungen im Bataillon behaupten heute noch, die Offiziere hätten auch einmal gewinnen wollen.

Am 15. August übergibt der inzwischen gewechselte Brigadekommandeur, Oberst von Rumohr, das Kommando des Panzerbataillons 194 von Oberstleutnant Otto an Oberstleutnant Ritgen.

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Das Bataillon ist personell und materiell gut ausgestattet, Mangel herrscht nur an jungen Offizieren. Im Kasernenbereich wird noch immer gebaut, insbesondere fehlen Offizier-, Unteroffizier- und Soldatenheime, Exerzierplatz und Fahrzeughallen. Mangels Wohnungen in der näheren Umgebung wohnen die meisten Verheirateten in Münster.

Der Standortübungsplatz DORBAUM gehört den britischen Truppen und ist kaum, für Panzer überhaupt nicht, benutzbar. Ausbildungseinrichtungen in der Kaserne entstehen erst langsam.

Anfang September beginnt für die Brigade ein 14-tägiger Aufenthalt in BERGEN-HOHNE. Höhepunkt neben dem Schießen ist ein 80 km langer Nachtmarsch mit Versorgung und anschließendem Angriff des verstärkten Bataillons.

Ab Oktober können zur intensiveren Ausbildung der neue Fernmeldeübungsraum und eine Anlage zum Entfernungsmessen genutzt werden. Darüber hinaus erhält das Bataillon die Geräteausstattung, um auf der Kleinschießanlage die Schulschießübungen mit der Bordkanone 90 mm zu erlernen.

Im Rahmen der Offizierausbildung übernehmen alle jüngeren Offiziere neue Kräder, Fabrikat Maico, zum Einfahren und zur Pflege. Leider geht dies nicht ohne Unfälle und Verletzungen ab.

Die zum Oktober einberufenen Rekruten des Standortes werden unter großer Anteilnahme der Bevölkerung vor dem angestrahlten Dom in Münster bei Fackelschein vereidigt. Voraus gehen Gottesdienste - getrennt nach Konfessionen - und ein Werbemarsch mit 'klingendem Spiel' durch die Stadt. Das eindrucksvolle Ereignis verläuft störungsfrei und begeistert Rekruten und Zuschauer gleichermaßen.

Der 04. November 1960 ist der Geburtstag der danach über viele Jahre durchgeführten 'Hubertusfahrt'; ursprünglich eine Orientierungs- und Geschicklichkeitsfahrt für Offiziere auf Lkw 0,25 to unter dem Motto: 'Kunibert, unser Bataillonsmaskottchen ist ausgebrochen'. Mannschaften benachbarter deutscher, britischer und niederländischer Truppenteile beteiligen sich. Teilnehmer und Zuschauer treffen sich anschließend zum Tanzabend in dem behelfsmäßig hergerichteten Speisesaal wieder.

Am 07.11. folgt ein weiterer Übungsplatzaufenthalt in BERGEN-HOHNE mit Besichtigung der 2. Kompanie in der Vollausbildung und einem ersten Zuggefechtsschießen mit Gefechtsfeldbeleuchtung bei Nacht. Mangels eigener Schießscheinwerfer werden amerikanische ausgeliehen. Zusätzlich schießt eine Batterie der Artillerie Leuchtgranaten.

Zum Jahresende findet die Abschlußbesichtigung des Unterführerlehrgangs statt.


Veränderungen im Offizierkorps 1960

Aus dem Bataillon werden versetzt:
01.08.  Hptm Dietrich zu PzArtBtl 195
           OTL Otto zu TrpAmt


Zum Bataillon werden versetzt:
25.03.  Hptm Gebhardt 1. Kp

26.03.  Lt Hildisch ZgFhrOffz 2. Kp

28.03.  Lt Schumacher ZgFhrOffz 3. Kp

01.08.  OTL Ritgen Kommandeur
           Hptm Freund TStOffz

01.10.  Lt Hölscher ZgFhrOffz 2. Kp


Veränderungen im Bataillon:
01.01.  Hptm Kucklick wird KpChef 1. Kp

01.07.  OLt Fleer wird KpChef 4. Kp
           OLt Weigelt wird ZgFhrOffz 4. Kp

01.10.  Lt Hildisch wird FmOffz

15.12.  Lt Becker wird S4 (beauftragt)

 
Weitere Veränderungen im Bataillon:
01.07.  HptFw Rhode wird KpFw 4. Kp


Zum Berufssoldaten wird ernannt:
Fw Feistenberger


1961

Ein Winteraufenthalt in BERGEN-HOHNE bei Eis und Schnee Ende Januar stellt hohe Anforderungen an alle Fahrer, besonders während des An- und Abmarsches. Die Stimmung der Kompanienbleibt trotzdem gut.

Zum 01. April muß das Bataillon eine Panzerkompanie zur Neuaufstellung des Panzerbataillons 64, Allendorf, abgeben. Das Los trifft die 3. Kompanie, die nach feierlicher Verabschiedung unter Führung von Hauptmann Kleinwächter mit 18 Unteroffizieren und 55 Mannschaften das Bataillon verläßt. Aus Abgaben der anderen Kompanien entsteht eine neue 3. Kompanie, die die Grundausbildung von 100 April-Rekruten übernimmt. Kompaniechef wird der neu zuversetzte Hauptmann Ptok. KpFw war und bleibt HptFw Hänel.

bild1227293101Im Mai findet die Umrüstung des Bataillons vom FN-Gewehr auf das Gewehr G 3 statt.
Um den Stolz auf das Bataillon und das Zusammengehörigkeitsgefühl seiner Angehörigen zu wecken, entwirft OTL Ritgen ein Bataillonswappen mit der Devise des Kürassierregiments v. Driesen (Westf.) Nr.4 'NEC SOLI CEDIT', das rasch Anklang findet. In der Übersetzung heißt es:'und er weicht nicht einmal der Sonne'. Mit 'er' war das Symbol Preußens, der 'Adler' und damit also Preußen selbst gemeint. Mit 'der Sonne' wurde der französische König Ludwig XIV, der 'Sonnenkönig', und damit Frankreich gemeint. Ursprünglich war die Devise also als Machtdemonstration Preußens gegen Frankreich gedacht. Viele der Regimentsfahnen Preußens wiesen das 'NEC' oder 'NON SOLI CEDIT' auf.

Zu Zeiten der Annäherung oder Freundschaft zwischen beiden Staaten verschwand dieser Spruch mehrmals aus den Fahnen; er wurde verboten.

Im Laufe der Zeit veränderte sich dann die Bedeutung, sie wurde allgemeiner verstanden. Heute bedeutet die Devise soviel wie: 'Wir weichen niemals', oder auch: 'Wir fürchten niemanden'.

Truppenfahnen sind noch nicht verliehen worden, daher wird eine Fahne aus Kantinenmitteln beschafft. (Nach Verleihung der Truppenfahnen an alle Bataillone und vergleichbare Dienststellen im Frühjahr 1965, wurde diese Fahne im Flur des Stabsgebäudes aufgestellt. Seit April 1981 wurde sie in der 1. Kompanie, die sich der Traditionspflege besonders angenommen hat, aufbewahrt. Mit Auflösung des Panzerbataillons 194 fand diese Fahne einen Platz im Traditionsraum des Bataillons in der Lützow-Kaserne.)

Als Abschlußprüfung für die am 30. Juni ausscheidenden Wehrpflichtigen, deren überwiegende Zahl aus dem Dortmunder Raum stammt, führt die 4. Kompanie eine mehrtägige Gefechtsübung mit anschließendem Manöverball in Lütgen-Dortmund durch. Die Panzerleute werden überall gut aufgenommen, wenn sie auch wiederholt für Engländer gehalten werden, da die Bundeswehruniformen immer noch zu wenig bekannt sind. Während des Marsches rammt der Chefpanzer einen Biertransportwagen. Zum Leidwesen der Kompanie ist der Wagen jedoch unbeladen.

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Am 24. Juni findet in der Kaserne Handorf die Vereidigung der April-Rekruten statt. Für die zahlreich erschienen Gäste wird die Zeremonie über Lautsprecher erklärt.

Im Sommer verschlechtert sich die weltpolitische Lage, die nicht ohne Auswirkungen auf die Bundeswehr und damit auch auf das Panzerbataillon 194 bleibt. Die Berliner 'Mauer' wird errichtet. Die Verbände der Bundeswehr werden in Bereitschaft versetzt. Die Kampfpanzer des Bataillons stehen gefechtsbereit aufmunitioniert in der Kaserne. Alarmpläne und Ausweichräume werden überprüft, Urlaub und Ausgang sind eingeschränkt. Um die Auswirkungen der Ausgangssperre zu mildern, wird ein umfassendes Freizeitprogramm mit Theater-, Film- und Sportveranstaltungen eingerichtet. Die Sicherheitsbestimmungen erlauben es nicht, aufmunitionierte Kampfpanzer für die Ausbildung zu nutzen.

Im Oktober heißt es dann auch noch enger zusammenzurücken. Soldaten, deren Dienstzeit normalerweise am 30. September beendet ist, müssen angesichts der noch immer angespannten Lage drei Monate länger dienen. Zum 01. Oktober kommen aber auch die neuen Rekruten. Ihre Zahl liegt außerdem höher als die normale Einberufungsquote. So liegen also statt sechs, nun neun Soldaten auf der Stube. Die Spinde stehen auf dem Flur. Ein Lehrsaalgebäude muß als Unterkunft dienen.

Im Oktober werden wegen des geänderten Grundausbildungskonzepts die Panzerkompanien vom Auftrag, Rekruten auszubilden, entlastet. Diesen Auftrag erhält zentral für das Bataillon die zum 01. Oktober neu aufgestellte Ausbildungskompanie 6/7. Oberleutnant Weigelt wird Kompaniechef, Leutnant Hölscher Kompanieoffizier und Oberfeldwebel Uetz Kompaniefeldwebel.

Im Dezember legt die Bundesregierung einen Gesetzentwurf für die Verlängerung der Dienstzeit von 12 auf 18 Monate vor, nachdem die Dienstzeit für Wehrpflichtige und Zeitsoldaten vorher, (19.09. und 27.11.) schon zweimal um 3 Monate verlängert worden ist.


Veränderungen im Offizierkorps 1961

Aus dem Bataillon werden versetzt:
01.04.  Hptm Kleinwächter zu PzBtl 64

01.09.  Hptm Drescher zu 7. PzGrenDiv

20.09.  Maj Pfeiffer zu TrpAmt

01.12.  Hptm Kucklick zu PzGrenBrig 19


Zum Bataillon werden versetzt:
01.04.  Hptm Ptok KpChef 3. Kp

01.09.  Hptm Schulz TStOffz
           Lt Klimmek ZgFhrOffz 2. Kp

23.09.  Maj von Villebois Stellv. Kommandeur

01.10.  Lt Hoffstadt ZgFhrOffz 2. Kp

01.12.  OLt Neumann ZgFhrOffz


Veränderungen im Bataillon:
01.09.  OLt Weigelt wird KpChef AK 6/7
           Lt Hölscher wird KpOffz AK 6/7

01.12.  Hptm Fleer wird KpChef 1. Kp
           OLt Schumacher OLt Schumacher


Weitere Veränderungen im Bataillon:
01.10.  HptFw Uetz wird KpFw AK 6/7

16.10.  HptFw Seidler wird KpFw 1. Kp


Zum Berufssoldaten werden ernannt:
Fw Debus
Fw Böhm 


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